Die Uhren laufen ab, nur noch wenige Tage trennen uns von der Eröffnung der Weltmeisterschaften im Leinen gesteuerten Modellflug in Sebnitz. An den Stammtischen der Fesselflieger nicht nur in Köln sondern in der ganzen Welt beherrscht dieses Thema die Tagesordnung. Der Buschfunk trommelt wie wild (woher kommen nur die Trommler ?!). Viele wissen Vieles aber nichts Genaues. Und so wächst die Spannung, denn der Tag der Generalprobe rückt näher. Unser Verein plant mit 7 Helfern über den ganzen Zeitraum der Weltmeisterschaft anzureisen. Wir haben das bereits vor zwei Jahren zugesagt und uns seit dem darauf vorbereitet. Also laden wir diesmal nicht nur die Modelle, sondern auch ein PC - Netzwerk, diverse Drucker, jede Menge Kabel und was man sonst noch so braucht ein, um unser mobiles Rechenzentrum zum letzten Mal vor Ort zu testen.

Der Wettbewerb ist als Kader in den Klassen F2A,B,C und D ausgeschrieben und wir erwarten eine ganze Menge an Startern. Das ist einerseits gut für das reine Testen, andererseits bietet es wenig Raum für Variantenvergleiche der Ablauforganisation.

Das Bulletin 2, das seit wenigen Tagen erschienen ist, spricht von 89 Startern in der Klasse F2B, die uns persönlich am meisten interessiert. Da kommt dann noch der eine oder andere Teilnehmer dazu, so dass wir uns auf die stolze Zahl von 100 einrichten. Das sind dann schon mal ca. 1.000 Wertungszettel, die allein in den Vorläufen verrechnet werden müssen, da kommt einem das Finale mit mindestens 150 Auswertungen vor wie eine Kurzzeitbeschäftigung. Also jede Menge Arbeit für Holger, Susi, Katja und Andreas an den Keyboards.

Auch in den anderen Klassen gibt es zur WM jede Menge Starter, allerdings ist hier große Ruhe zu verzeichnen. Das kann zwei Ursachen haben - alles ist in bester Ordnung oder es gibt Probleme, die noch unbekannt unter der Oberfläche lauern. Aber auch das soll der Termin aufdecken helfen.

Als wir am Freitag gegen 19.00 Uhr eintreffen wird natürlich als erstes der Platz in Augenschein genommen. Am auffälligsten sind die Veränderungen, die sich auf dem Schotterplatz ergeben haben. Dort gibt es jetzt zwei Kreise aus spiegelglattem Asphalt. Der eine soll dem Kunstflug dienen und der andere dem Training in den Klassen F2A und F2C. Ich glaube zwar nicht, dass es unter den Kunstfliegern Begeisterungsstürme auslösen wird, wenn in unmittelbarer Nähe - und der Abstand beträgt weniger als 10 Meter ! - Speed und Team-Race-Training stattfinden wird, aber nur die besten werden siegen und wozu gibt es Ohrenschützer.

Die anderen Plätze wie gehabt, der zentrale Fesselflugplatz des Vereins, der als F2C-Platz für die WM dienen wird, hat eine neue Oberfläche bekommen. Der Speedkreis ist nach wie vor so wie er seit der Erstellung bekannt ist - Spritzeisbahn mit leichter Wölbung nach außen. Allein die Anlage für die Fuchsjagd stand zum Probewettbewerb nicht zur Verfügung, da sie sich z.Z. noch als landwirtschaftliche Nutzfläche präsentiert. Wir haben ihr trotzdem ein Besuch abgestattet, wenn wir schon einmal hier sind, dann wollen wir natürlich alles sehen. Mit von der Partie Guido und Gerda, die ihr Reich in Augenschein nahmen. Wo sie auf dem Bild gerade stehen, werden in vier Wochen Weltmeister ermittelt.

Aber natürlich beginnt Sebnitz für uns mit einem richtigen böhmischen Schmaus. In die Tschechei ist es nicht weit und so lohnt sich ein Abstecher zwecks Einnahme einer Abendmahlzeit. Das es schmeckt beweist nebenstehende Aufnahme. Alfred lässt einem Schweinebraten nach Hausfrauenart gerade eine Palatschinken folgen.

Der Sonnabend begrüßte uns mit einem Regen und ich verrate es gleich, er der Abend verabschiedete sich mit selbigem, will sagen es hub ein großes Dauerschiffen an. Das hob die Stimmung natürlich ganz enorm. Also probten wir mal WM bei Regen. Die Teilnehmerfelder hielten sich widererwartend stark in Grenzen, wie man der Ergebnisliste unschwer entnehmen kann.

Das gab Raum zum Probieren, verleitete aber auch zu Zeitverzügen. So war z.B. der zweite Durchgang im Kunstflug bei nur 19 Startern erst gegen 18.40 Uhr fertig und das macht mir Sorgen. Da muss noch gewaltig an Tempo zugelegt werden. Wesentlich muss sich etwas am Vorbereitungsraum ändern. Zeitverzüge die hier zugelassen werden, lassen sich nicht wieder einholen. Wie oben schon erwähnt, problematisch  die Variante des Trainingsplatzes für F2A und F2C in unmittelbarer Nähe. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung stört ein solches Training ganz enorm und was vielleicht noch wesentlicher ist, wenn der Wind in die falsche Richtung bläst, dann stehen die Schiris auf diesem Platz oder haben eben denselben nicht.

Übrigens ein Wort zum Problem Schiedsrichter. Selbige sind ein wertvolles Gut und müssen die ganze Zeit ggf. im Regen stehen. Da wäre ein heißes Getränk mehr als ein schöner Zug des Veranstalters gewesen.

Der Speedplatz wurde  am Wochenende nochmals außerhalb des Wettbewerbes getestet. Zum Abfangen des Startwagens wurde eine Variante mit Netzen ausprobiert. Natürlich werden die Steine so nicht gelassen sondern durch Kleber (?!) ersetzt.

Fazit : Noch haben die Organisatoren jede Menge Arbeit und jede Hand wird gebraucht.

Sonntag wurde dann das Wetter besser und der Wettbewerb war am zeitigen Nachmittag beendet. Siegerehrung, Dankeschönsagen und  viel Vorfreude auf die WM in wenigen Wochen prägte die letzte Stunde. Wünschen wir dem Sebnitzer Verein erfolgreiche anstrengende Wochen. Nochmals die Aufforderung an alle - mithelfen, mithelfen und nochmals mithelfen. Es ist eine Weltmeisterschaft in Deutschland, eine einzigartige Chance für unseren Sport. Und da sollte jeder seinen Beitrag leisten. Wir werden dies mit allen Kräften tun.

Matthias