Eigentlich ist die 13. keine Glückszahl. Eigentlich wollten wir eine Woche später, ging aber nicht. Eigentlich war der Winter viel zu schnell um und der Bitterfelder Termin rückte unaufhaltsam näher.

Aber wie von selbst greift die Routine - Anmeldung bei der FAI, Ausschreibung in das Internet, Absprache mit dem Hundeverein, Einladung der Schiedsrichter, Gänge zu den Behörden, unendliche Schreiben an Konsulate in der Ukraine, ..... . Na eben die "janze Schoose", die an einer solchen Veranstaltung dran hängt. Holger perfektioniert die Datenverarbeitung, die Männer auf der Anlage den Rasen. Dann lauern wir gespannt auf die ersten Hochrechnungen für das Wetter. Sonne liegt vor Regen, mit jedem Tag nimmt die Wahrscheinlichkeit zu - Kaiserwetter !

Und dann kommt ein Schwall von Meldungen, die einen neuen Rekord andeuten. 128 Teilnehmer aus 18 Ländern ! Obwohl wir jetzt über vier Plätze verfügen, haben wir ein flaues Gefühl in der Magengegend. Die Holländer meinen gelassen, dass sie eben dann das Finale am Montag fliegen würden, da soll das Wetter auch sehr schön sein. Ich kann nicht so richtig darüber lachen.

Die ersten kamen am Dienstag, der große Schwall Donnerstag und Freitag. Unser neuer Campingplatz war gut ausgelastet.

Endlich war auch der Kunstflugplatz in dem Zustand, in dem wir ihn haben wollten. Wir besitzen seit dem vergangenen Jahr einen Brunnen und können den Platz bewässern, was man natürlich deutlich merkt. 

Auf Grund der enormen Teilnehmerzahl war ein straffer Zeitplan angesagt. Die Meldedisziplin war relativ gut, so dass wir die Mehrzahl der Listen und der Planung bereits vorher fertig stellen konnten. Ausnahmen bestätigen nach wie vor die Regel, nach dem Motto : "Ich bin einfach da, bitte freuen Sie sich jetzt" oder "Ich muss es mir noch überlegen ob ich starte, ich sage es euch morgen". Wer je einen Wettbewerb organisiert hat, weiß wovon ich rede. Aber wie gesagt, mittlerweile sind Nichtmelder deutlich die Minderheit, die Mehrzahl nutzt die Anmeldung via Internet und das mehr oder minder rechtzeitig und dafür unser herzlichster Dank !

Am Freitag Training bei herrlichem Sonnenschein, der den Wettbewerb die ganzen drei Tage begleiten wird.

Pünktlich an Sonnabend begrüßen wir den Landrat des Landkreises Bitterfeld Uwe Schulze, den Bürgermeister der Stadt Bitterfeld Dr. Werner Rauball, den Landtagsabgeordneten Lars Jörn Zimmer, die Stadträtin Dagmar Zoschke, den Vertreter unsers Vermieters Meister Krüger von der ATEC Mitsubishi, der Vertreter des IKR Herrn Kupferling sowie die Geschäftsführerin des Kreissportbundes Heidrun Dörfler.

Landrat Uwe Schulze sprach die eröffnenden Worte, dann gab es kurz ein bisschen Organisation und bereits um neun Uhr bewegten sich die einzelnen Klassen !

In der F2A waren es 12 Starter, die in den Ring gingen. Eigentlich recht unspektakulär bis auf den 2. Durchgang am Sonnabend Nachmittag, als Norbert Schmitz Modell die Nase vom Rundflug voll hatte und sich die weite Welt anschauen wollte. Bis zum Hundeplatz kam es relativ ungebremst, dann war das Gebäude im Weg - Aufschlag ! Sieger in dieser Klasse Sandor Kalmar mit 284,9 km/h. Peter Gründel und Freiflieger Norbert auf den Plätzen.

Ivo Popov hatte seine Transitrace-Geschwindigkeitsmessanlage mitgebracht und testete sie zur großen Freude vieler interessierter Zuschauer.

Die Klasse F2B war wie gesagt in diesem Jahr endgültig auf dem neuen Flugkreis angekommen, hatte demzufolge Zeit für Training und Wettbewerb und nutzte diese weidlich. Früh der erste beim Training natürlich Richard Kornmeier, aber in unserem Industrie- und Gewerbepark stört das keinen.

20 Teilnehmer im Kunstflug - ein schönes und überschaubares Feld. Stark das Team aus Tschechien und der Slovakei , diesmal auch ein Starter aus den USA, wie immer aus Österreich und Belgien und natürlich das Feld aus Deutschland.

Wir konnten Cornelius überzeugen mal probeweise bei den Großen mit zu fliegen - Kompliment Cornelius ! Als ich Ihn dann fragte, ob er trotzdem bei den Beginnern starten wolle, verneinte er dann souverän. Finde ich gut so, der ehrbare letzte Platz in der F2B ist mehr wert, als ein erster bei den Beginnern ! Die ersten fünf lieferten sich einen schönen Kampf um die Pokale und Urkunden. Erfreulich die Form der drei deutschen Europameisterschaftsteilnehmer Christoph Holtermann, Richard Kornmeier und Gunter Wagner.

Bei den Beginnern nur drei Starter - zwei Teilnehmer aus Frankreich und einer von uns.

Wir hatten diesmal die Jury mit 5 Schiedsrichtern besetzt, noch mit zwei Streichern, so dass sich keiner benachteiligt fühlen konnte. An den Punktlisten Louis van den Hout, Rostislav Rozboril, Brigitte Möbius, Klaus Kosmalla und als ehemalige Kunstfliegerin Angelika Möbius.

Beim Mannschaftsrennen F2C neuer Rekord mit 19 Mannschaften, erstmals auch ein Team aus England mit dabei. Wie immer ein große Beteiligung aus Frankreich, der Ukraine, Ungarn, Österreich, Schweden, Niederlande und natürlich die deutschen Mannschaften. In diesem Feld konnten man schon den Stand vor der Europameisterschaft gut bestimmen. Bondarenko/Lerner setzten gleich im ersten Vorlauf eine Marke, die sie zum Verzicht auf alle weitere Vorläufe veranlasste, denn ihre Zeit reichte für ein Halbfinale immer. War es am Sonnabend ganz ruhig abgegangen, so crashte es bereits am Sonntag im ersten Rennen. Unterfliegen durch Smith/Brown (UK) brachte zwar einen Reflight, der aber dem deutschen Team Göbel/Ölsner mangels Modell nichts mehr nutzte. Dafür machten Leupold/Engfer betrieb und erzielten mit 3:21:8 einen neuen deutschen Rekord über 100 Runden, der natürlich noch anerkannt werden muss.

Im Halbfinale ging es heiß her. Bondarenko/Lerner hatten im ersten Lauf Probleme, konnten den zweiten wegen Rennabbruch nicht im ersten Angriff fliegen, so dass sie noch ein drittes Mal in den Kreis durften. Dort qualifizierten sie sich.

Dafür hatten sie im Finale Pech. In der 103 Runde kollidierten sie beim Start und aus die Maus ! Sieger das französische Team Picar/Perret  (6:35,3) :vor der Team aus Ungarn/Österreich Mohai/Nitsche (7:08,9).

Daneben 7 Mannschaften in der abgerüsteten Version F2F. Vielleicht in Zukunft eine Klasse mit Wachstumsraten, denn die Voraussetzungen sind hier eher darstellbar und die Kosten halten sich in Grenzen. Und Spaß macht es auch !

Wie immer mit dabei  MTR Mini Team Race ! Diesmal mit Stresspotential. Auf der einen Seite soll alles nur Spaß sein, auf der anderen Technik ohne Ende ! Loet Wakkermans 1,5 ccm Diesel ist Pflicht, wenn man das Finale überhaupt nur ahnen will. Mit Fora ist man schon klar unterlegen und von einem alten Motor aus der Kiste will ich gar nicht reden. 49 Runden gehört zum guten Ton ! Wollte man die Zeit, die man in die Modelle investiert mal zum Studium der BeMod verwenden, wäre man gut beraten. Herrschaften : allen zu Information. MTR ist eine BeMod Klasse, wir haben kurze Regeln, aber wir haben sie, auch wenn "Große Kenner" der Materie dies verneinen oder nicht wahr haben wollen.,

Und wie gesagt, wer einen Wettbewerb bar aller Regeln machen will, die freien Wochenenden sind noch vorhanden, bitte organisiert doch ! So lang wir aber die Verantwortung tragen, werden Sicherheitsvorschriften beachtet oder es gebe mir jemand schriftlich, dass er mit seinem Privatvermögen die Haftung übernehmen will ! So einfach ist abschließend die Sache und es muss auch so gesagt werden, Gefahr laufend, wieder ein paar Freunde mehr zu haben !

Combat - 52 Jäger und Gejagte, am ersten Tag waren zum Abendbrot gerade die ersten beiden Läufe beendet. Also ging es bis zum Dunkelwerden und am Sonntag früh um 7.30 Uhr weiter. Ein großes Lob an das Schiedsrichterteam um Andrea Düster, Thomas Dürrfeld, Pavol Barbaric, Erwin Mühlparzer, Harald Hirschfeld, Alfred Karcher und allen Ungenannten, die sich auf dem Fuchsjagdplatz verdient machten, um das Feld an diesem Wochenende über die Bühne zu bringen.

Deutschlands Jäger waren bis auf Jiri am Sonntag bereits Urlauber, sahen es aber nicht so verbissen und freuten sich über den Erholungswert eines sonnigen 1. Mai. Etwas Sorge bereitet mir die hohe Zahl der Abrisse, mir wurden zu diesem Wettbewerb 7 bekannt, dabei drei in gefährlicher Nähe. Die Leistung der Luftschrauben und die Härte ihres Material zerschneiden die Leinen ohne Probleme und damit ist die Frage eines ernsthaften Unfalls nur noch eine  Frage der Zeit. Wir haben schon lang mit einem Zusatzgitter für Zuschauer reagiert, diesmal mit mobilen Schutzzäunen für die Schiedsrichter, allein das ist nicht ausreichend für diese Entwicklung. Man sollte ernsthaft darüber nachdenken bevor etwas passiert.

Die Vorbildgetreuen waren an diesem Wochenende ausgelagert. Auf unserer Trainingspiste in Zscherndorf ( 500 m Luftlinie ) wurde dort der Wettbewerb durchgeführt, für den Alfred Funk verantwortlich zeichnete. Herzlichen Dank an dieser Stelle für Alfred und die Schiedsrichter Wolfram Metzner, Wolfgang Fliegner und Peter Willmer.

Und natürlich der traditionsgemäße Flugversuch mit der Düse. Peter Lang ließ sein Rohr an und Peter Gründel spielte den Bezwinger. Möööb, Mööööb, Uuuuuh und ab ging die Post, leider nur über eine Runde Flug, dann war Entwarnung gegeben und Peter konnte sich als freiwilliger Feuerwehrmann an der Löschung schaffen.

Die Versorgung der Wettbewerber lag auch in diesem Jahr wieder in den Händen der Sportfreunde des Hundesportvereins Holzweißig. Mit diesem Verein verbindet uns eine jahrelange Tradition und die meisten Wettbewerber kennt man dort schon persönlich. Bratwurst, Steak, Kaffee und in den Abendstunden Bier sorgten für gute Laune und  zufriedene Kundschaft. Unser Dank den Nachbarn und auf eine weitere gute Zusammenarbeit !

Die Siegerehrung fand diesmal in einer neuen Form statt - getrennt ! Um Rücksicht auf die langen Anfahrtswege zu nehmen, wurden die Sieger in den Klassen F2A , F2B und F4 bereits am Nachmittag gekürt, der Rest folgte kurz vor dem Dunkelwerden.

Verabschiedung, und dann wurde es auch schon wieder still. Nun beginnen die Nachbereitungsarbeiten bevor das nächste Großereignis stattfindet - Polterabend ! Wer fragt Ihr ? Na Susi und Holger heiraten am 28. Mai 2005, leider zum Grand Prix de France, aber Jean Paul hat diesen Grund für ein entschuldigtes Fehlen anerkannt. Wir wünschen den beiden an dieser Stelle alles erdenklich Gute

und uns einen feucht fröhlichen Polterabend irgend wann davor ( das genaue Datum ist natürlich Vereinsgeheimnis ! )

Wir danken nochmals allen Schiedsrichtern für Ihre unermüdliche Arbeit, ohne die ein solcher Wettbewerb nicht möglich wäre. 31 Sportfreunde hatten sich an diesem Wochenende bereiterklärt, ihre Freizeit wie man so schön sagt "ans Bein zu binden", um unsere Sportart überhaupt erst zu ermöglichen. Da kommt auf vier Wettbewerber ein Schiedsrichter ! Das sollte sich jeder einmal vor Augen führen, der vielleicht mit der einen oder anderen Entscheidung nicht glaubt leben zu können. Wir werden erstmalig eine Schiedsrichter - Ehrentafel in diese Seite einarbeiten und wollen diese für die Vergangenheit vervollkommnen. Vielleicht kann mir der eine oder andere zuarbeiten, denn mir sind die diesbezüglichen Unterlagen im Hochwasser 2002 untergegangen.

Wir danken allen unseren auf der Sportanlage Beschäftigten für die erstklassige Vorbereitung.

Und wir danken allen Teilnehmern für ihr Kommen, für die hervorragende Wettbewerbsdisziplin und hoffen, dass es allen in Bitterfeld 2005 gefallen hat. Sollte irgendetwas nicht nach Euren Wünschen gewesen sein, seht es uns ganz einfach nach. Und wenn es Euch gefallen hat, erzählt es weiter und kommt wieder ! Und um gleich allen Gerüchten vorzubeugen : 2006 findet natürlich Bitterfeld statt. Dann 3 Tage : Vom 29.4. - 1.5.2006, denn der 1.Mai ist ein Montag. Also schon jetzt einen Eintrag in den Terminkalender unter dem Motto :

Sehn wir uns nicht in dieser Welt, dann sehn wir uns 2006 in Bitterfeld !