Seit Dienstag konnte ich keinen Wetterbericht mehr hören. Am Donnertag kamen die Alpträume. Im Schlaf wollte ich den Verein in Schiffsmodellsport U-Boot - Verein Bitterfeld umbenennen.

Am Freitag habe ich aus Protest keinen Regenschirm mitgenommen und wurde natürlich nass ! Nichts half ! Ich sah eine unausweichliche Katastrophe auf uns zukommen - Regen, Regen, Regen ! Ich hätte mich in ein selbst glücklicherweise nicht zu erreichendes Körperteil beißen können! Gerade in diesem Jahr hatte ich den Rutsch um ein Wochenende nach hinten geplant und am vergangenen Wochenende schien die Sonne !

Und dann kam es, das Wunder, nein nicht das von Bern sondern das Wetterwunder von Bitterfeld. Petrus muss doch ein heimlicher Fan unseres Vereins sein, denn er riss die Wolkendecke beiseite, sah die vielen Wettbewerber und ließ die Sonne scheinen !!!! Schon wurde die Stimmung heiter ! Frisch vom Regen gewaschen präsentierte sich die Anlage von Alfred und seinen Mannen wieder hervorragend herausgeputzt von ihrer schönsten Seite und der Wettbewerb konnte seinen Lauf nehmen. Manch einer ließ sich vom Sonnenschein blenden, hatte den Regen zu schnell vergessen und blieb zum Dank dafür mit dem Auto hängen. Da war dann eben "Bergen im Gelände" angesagt !

Der neue Kunstflugplatz, den wir im vergangenen Jahr nochmals umgestaltet hatten, war leider noch nicht einsatzfähig, da der Rasen nicht so wollte wie wir. Dafür stand der  separate Ausweichplatz den Kunstfliegern und den Scalern zur Verfügung. Im kommenden Jahr hoffen wir dann endlich, drei zusammenhängende Plätze anbieten zu können.

Über 60 Teilnehmer hatten sich gemeldet. "Na ja", hatten wir uns gedacht, machen wir mal einen auf gemütlich, denn aus unterschiedlichsten Gründen hatte der eine oder andere noch kurzfristig abgesagt. 115 Starter aus 12 Ländern waren es dann am Sonnabend. 38 Teilnehmer in Combat, 16 Mannschaften in F2C, 5 Mannschaften in F2F, 11 Speedflieger und 10 Beginner (!) und andere markierten einen neuen Bitterfelder Rekord und brachten uns an die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Anlage. Da hatte es sich dann mit "gemütlich", zumindest hinter den Kulissen. Ein großer Dank an dieser Stellen allen Schiedsrichtern und Helfern, immerhin 34 Sportfreunde waren in unterschiedlichsten Funktionen im Einsatz und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen, wir denken im kommenden Jahr über  eine Modifikation des Wettbewerbes nach - zwei Wochenenden in Folge mit Auftrennung in F2A, F2C und F2F am ersten sowie F2B, F4 und nationale Klassen am zweiten Wochenende. Details später auf dieser Seite.

Pünktlich um 8.00 Uhr die Eröffnung. Bei uns geht es immer zeitig los, anders ist ein solches Feld nicht zu bewältigen. Zur Eröffnung wie in jedem Jahr mit dabei, der Landrat des Kreises Bitterfeld, Uwe Schulz, der Bürgermeister der Stadt Bitterfeld, Dr. Werner Rauball, der Präsident des Kreissportbundes Bernd Konjetzko sowie Vertreter des Stadtrates, des Kreistages und der Betriebe, die uns hilfreich zur Seite stehen. Auch diesen Sportfreunden unser Dank für die Treue und Unterstützung, die sie unserer Arbeit zu teil werden lassen.

Unter uns ein Geburtstagskind. Angelika, früher aktive Kunstfliegerin und heute hinter den Kulissen als Jurorin tätig wurde wieder ein Jahr älter und freute sich über die Glückwünsche der Teilnehmer.

Die Kunstflieger nahmen den zweiten Platz in Beschlag, meckerten etwas über den Wind erbrachten aber hervorragende Resultate. Es zeichnete sich ein Dreikampf zwischen Luc Dessaucy, Richard Kornmeier und Alexander Schreck. Gerard Billon warf dann noch seinen Handschuh in den Ring, war aber doch etwas benachteiligt, da er den Kunstflug diesmal als Pausenfüller für seinen Job auf dem Turm der F2C betrieb. Bei wechselnder Führung blieb es bis zum Schluss spannen. Gratulation an Richard, der sich in seinem ersten Jahr als Senior einen Platz in der Spitzengruppe sicherte.

11 Teilnehmer waren es beim Speed. Natürlich wurde bis zum letzten Moment gepokert. Spannend für die Zuschauer, quälend für den Zeitplan. Sandor Kalman aus Ungarn steigert sich mit jedem Flug und setzte mit 293,2 km/h neben der Siegerleistung auch noch den neuen Platzrekord auf eine akzeptable Marke. Für Saisonbeginn sehr beachtlich. Dann zwei dicht zusammen liegende Gruppen - 260 und 240 km/h. Hier wird sie Saison und das damit verbundene Training mit Sicherheit eine Verbesserung bringen. Beachtlich Rene Birnstein, der es immer öfter schafft, den Senioren einen Platz auf dem Treppchen streitig zu machen.

16 Mannschaften in F2C dazu 5 Teams in F2F sorgten für ausreichend Mannschaftsrennen mit viel Emotionen, um es diplomatisch zu umschreiben. Wir waren ausreichend gut vorbereitet, hatten mit Andy Sweetland SUI, Gerard Billon FRA und Daniel Desthexe BEL drei namhafte Schiedsrichter auf dem Turm. Dazu die Brüder Suchi an der Startstelle und in den Rundenzählteams 6 erfahrene Schiedsrichter, davon 2 mal FAI gelistet. Damit waren wir von Veranstalterseite gut gerüstet - und es war gut so. Dank allen Juroren für Ihrer "Great Job". Andy ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel, wer hier das Sagen hat. Exakte Einweisung hieß hier das Zauberwort, und siehe da, es geht.

Sehr wenig Crash, saubere Rennen und ein spannendes obwohl über weite Strecken als Zweierrennen geflogenes Finale bildeten einen gelungenen Saisonauftakt.

Am Sonntag dann noch Mini-Team-Race MTR mit 5 Mannschaften. Die Dinger werden immer perfektionierter. Wurde früher noch gerannt, da die Dinger nach dem Motorstopp quasi zu Boden fielen, sind heute Anflüge zum Mixer die Regel ! Auch wenn zum Modellstopp schon mal der Fuß verwendet wird, wie man das ansonsten nur vom Fußball her kennt, es sind spannende Rennen und das Ganze ist eben preiswert.

Bei den Naturgetreuen nicht wesentlich viel neues. Bekannte Gesichter, bekannte Modelle und ein zu erwartendes Ergebnis schmälern keineswegs die Leistungen der Sportfreunde. Mit Heidrun Suck aus Erfurt hatten wir wie schon beim letzten Mal eine F4C Schiedsrichterin gewonnen, die zusammen mit Helrid Wagner und Wolfram Metzner hervorragende Arbeit leisteten. Bleibt zu hoffen, dass doch einige Modell nur noch nicht fertig waren - zumindest in unserem Verein ist das so - und dass hier im laufenden Jahr noch Sportler hinzu stoßen.

Beginner haben beim Bitterfelder Wettbewerb eine feste Heimat und das werden wir auch in Zukunft so beibehalten. Dabei entwickelt sich das Programm Acro Light zum Renner - 10 Teilnehmer beweisen, dass wir hier auf dem richtigen Weg waren und sind. Den stärksten Zuwachs haben wir aus Thüringen zu verzeichnen. Eugen Brehm und seine Gruppe sind bei uns schon seit langem Trainingsgäste in Bitterfeld und diese Arbeit hat sich ausgezahlt. Hier haben wir eine neue Jugendmannschaft an einem neuen Standort, ohne einen fliegenden Vater, ohne Rückkehr eines verlorenen Sohnes aus dem RC-Lager. Es geht auch nur mit "einfach machen" ! Wir werden diese Gruppe nach Kräften unterstützen, mal sehen, wie sich alles weiter entwickelt. Wichtig ist nur, dass es für diese Jugendlichen Wettbewerbe gibt, denn ohne den direkten Leistungsvergleich wird das Interesse abflauen. Also nochmals der Aufruf an alle Veranstalter - Beginnerwettbewerbe müssen einfach mit in den Ablaufplan.

Last not least das Größte Feld - Combat. Der Tradition folgend als IV. Hollandcup ausgetragen. Dank an Wakkermanns, die und hier seit Jahren unterstützen. Wie schon beschrieben, 38 Teilnehmer nahmen hier den Kampf auf und lieferten sich spannende und sehenswerte Jagden. Leider verstärkt sich der Trend, dass manche Sportler den Sieg über die Fairnis stellen. Nicht alles, was eine Regel hergibt, sollte man auch verwirklichen, ponimaitje ! Wenn ich Zeichen der Trainer sehe, das Modell anzugreifen, da der Gegner nur noch eines im Rennen hat, wenn ich Verzögerung der Bodenzeit durch dreimaliges Überprüfen des Streamers beobachte, dann fällt mir und vielen andern nichts dazu ein !!! Vielleicht ist das noch Sport, aber sportlich - nein danke ! ( Wie gesagt, meine ganz persönliche und unmaßgebende Meinung ).

Stass ließ es sich in diesem Jahr wieder nicht nehmen. Nach einem L im ersten Durchgang bewies er Nerven und hielt bis zum Schluß durch. Im Finale dann 20 Sekunden und die Sache war mit 2:1 gegessen ! Gratulation auch an den zweiten, Lothar Hentschel sowie Jelinek Lubor auf dem dritten Platz.

Dann war es soweit, 18 Uhr Siegerehrung, so spät wie nie. Allen meine Hochachtung, die bis zu diesem Zeitpunkt ausgehalten hatten, um den Siegern Beifall zu spenden und den Helfern Dank zu sagen. Stellvertretend für alle Blümchen für Frau Urban in der Küche und Beate Schulz vom Hundeplatz, die wesentlich für das Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Und stellvertretend Dank für alle Schiedsrichter an die beiden Haupt-akteure Andy Sweetland und Thomas Dürrfeld.

Und dann wurde schon verabschiedet, Hände geschüttelt und es zog Ruhe ein. Wir hoffen, dass alle Teilnehmer gut zu Hause angekommen sind, wissend, wie lang sich eine Rückfahrt nach einem solchen Wochenende hinziehen kann. Wir haben unseren Teil für diese Saison getan. Und wem es gefallen hat, den freuen wir uns wieder zu sehen 2005, wenn es im Mai heißt :

 

"Sehn wir uns nicht in dieser Welt, so sehn wir uns in Bitterfeld"