Europameisterschaft Rouille heißt die Losung des Tages, 1350 km Autobahn und Landstrasse liegen vor uns, der halbe Club hat Ausgang und los geht es. Anja und Ronny starten in der Fuchsjagd und wir wollen uns wieder um die WEB-Präsentation kümmern. Eigentlich mit einem Tagesreport, aber ob das klappen wird steht noch in den Sternen.

Am Donnerstag um 22.00 Uhr geht es los, unser Wohnanhänger-Gespann, ein Wohnmobil und ein Känguruuuu - Michas neues Auto.

Um 6.00 Uhr passieren wir die französische Grenze. Zum Leidwesen unserer Mitfahrer bestehen wir auf der Landstrassenstrecke, denn schließlich haben wir Urlaub und wollen von Land und Leuten etwas mitbekommen. So wird es 22.00 Uhr als wir in Rouille ankommen.

Frage - Stimmt der Ort, die Zeit und die Veranstaltung, denn kein Schild oder Plakat weist auf ein Event hin, was die restliche Welt aufhorchen lässt. Endlich haben wir es gefunden - ein Schildchen, klein und unscheinbar, aus Zeiten von Freundschaftswettbewerben, bei denen ohnehin jeder weiß, wo sie stattfinden ! Wir also dem Schild nach, in der Hoffnung, ein zweites zu finden. Fehlanzeige, nach 3 km kein weiteres in Sicht, dafür den Rest der Mannschaft verloren und das mitten in der Pampa ! Wir halten an einem kleinen Haus, eine Frau in Lockenwicklern  kommt uns entgegen. In perfektem Hinderindisch versuche ich in "Air modelliste ? ! " zu machen. Sie versteht zu meinem großen Erstaunen -ah Serge !! Sie zeigt uns, dass sie einsteigen will, wir machen Platz und ab geht es zu Serge, den wir in seiner verdienten Ruhe stören. Erst schaut er nur zum Fenster raus, als er uns erkennt, kommt er im Bademantel nach unten. Bei uns zu Hause sind es üblicherweise immer die Russen, die plötzlich und unerwartet im Garten stehen, warum soll es den anderen nicht mal ebenso ergehen. Am nächsten Tag erzählt Serge uns dann, dass wir nicht die Einzigen waren, die ihn geweckt haben. Zwei Stunden später waren es auch bei Serge die Russen, zur Abwechslung mal mit dem Problem eines kaputten Busses.

Serge erklärt uns also in etwa, wo sich der Zeltplatz befindet und nach weiteren 10 Minuten sind wir da. Kehnens und Egervarys stehen bereits am Platz und auch so treffen wir auf viele Bekannte. Leider keine Zeit - Wohnwagen ab und die anderen suchen. Die hatten mittlerweile den Flugplatz gefunden. Gegen 03.00 Uhr hatten wir alles im Lot und konnten schlafen.

Sonnabend weckte uns Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Frische Baquetts, Kamembert zum Frühstück und dann erst einmal auf den Platz. Richard Kornmeier hatte, wie sollte es anders sein, bereits Geza abgeholt und mindestens schon viele Trainingsrunden hinter sich, als wir eintreffen.

Übrigens - der Campingplatz, für den wir uns entschieden haben ist sehr schön und mit großem Pool, was bei diesen Temperaturen nicht zu verachten ist. Allerdings hat letzterer nicht den ganzen Tag geöffnet - leider ! Eine Besonderheit hat man hier er allerdings. Da wir alle gleich sind - alle sind wir Menschen, alle sind wir Europäer - sind Schranken zwischen uns vollkommen überflüssig und so gibt es nur einen Sanitärtrakt für Männlein und Weiblein. Man stelle sich das bei uns in Germanien vor !!! Ich nehme mir deshalb fest vor, meine Damen am Abend schnell noch aufzuklären, aber daraus wird dann nichts.

Das Flugfeld von Rouille ist riesig und befindet sich mitten auf der freien Wiese. Urplötzlich hören die Maisfelder auf und die Pisten beginnen. 3 Asphaltkreise - für jede Klasse einen und ein spezieller Combatplatz bieten ideale Voraussetzungen für einen problemlosen Meisterschaftsablauf. Daneben das Clubgebäude, nicht ganz so komfortabel wie das in Landres aber schön. Man hat sich Mühe gegeben mit dem Ambiente, mit Sicherheit nicht ganz leicht zu bewerkstelligen in dieser Abgeschiedenheit. 

Erste Kontaktaufnahme mit den Offiziellen - wir wollen machen "Päsentasijong de la Internet , wir brauchen Elektisitie - du verschdehen ?!  Ich versuche die ganze Sache sehr weich auszusprechen, wenn ich schon kein Französisch kann, soll es wenigstens so klingen. Sie verstanden auch irgendwie, wir durften jedenfalls einfahren - in Deutschland hätten wir einen Schein ans Fahrzeug gebabbt gekommen, hier sind wir in Frongreisch, da geht alles etwas problemloser.

Und dann beginnt ein nicht enden wollender Hallo !, hallo wie geht es ?, How are you ? Sdrastwuitje ! und so weiter. Das schönste an einer solchen Veranstaltungen, viele Freunde und Bekannte.

Die Eifrigsten unter den Teilnehmern trainieren bereits, Richi hat ebenfalls schon 6 Trainingsflüge absolviert und gönnt sich eine kleine Pause. Ich kläre ihn auf, dass er es mit den Pausen nicht übertreiben soll, sonst wird das hier nichts.

Im Gegensatz zur WM vor einem Jahr in Sebnitz geht hier alles viel gelassener zu. Alle sind nett und freundlich, es gibt keinerlei verbotene Zonen, man kann als Sterblicher sogar bis in das Orgbüro zum großen Chef vordringen und denselben ansprechen - wir sind eben auch diesbezüglich nicht in Deutschland.

Für die Frauen entwickelt sich diese EM zu einem Mekka. Überall schöne Männer mit mehr oder weniger ästhetisch geformten Bäuchen.

Die Russen, von denen ich oben erzählt habe, kamen dann gegen 12.00 Uhr mit einem gecharterten französischen Reisebus - vollklimatisiert, wie wir bei diesen Temperaturen neidisch beobachteten. Sie stiegen auch gar nicht groß aus und wenn, dann nur um den Bus mit kaltem Bier aufzutanken.

Nachmittags konnte man die Temperaturen nur im Bad ertragen, allerdings hat man hier moderne Energiesparmodelle bei der Wassererwärmung eingesetzt und die Temperatur betrug 32°C - von Abkühlung also keine Spur. Abends noch ein bisschen Grillen und dann nichts wie in die Falle.