Machen mögen es heiß, wir nicht, unsere Motore nicht - ich weiß überhaupt nicht wer. Der Morgen begann verheißungsvoll - kühl und bedeckt. Aber gegen 10.00 Uhr interessierte sich die Sonne für die Fesselfliegerei und das große Schwitzen begann.

Heute mußten alle Combatpiloten in den Kreis, natürlich auch die Kunst- und Speedflieger. Am Morgen hatte Stephan Pech und erdete in einem Wechsel - Wingover sein A-Modell. Fahrwerk und Steuerstange sind noch verwendbar, sagte Stephan am Abend, der da schon wieder Lachen konnte.

Lothar, Johann und Ronny lösten sofort am ersten Tag das Touristenticket. Zu Ronny muß man allerdings erwähnen, dass er seine Haut sehr teuer verkauft hatte. Im zweiten Kampf lag er zwar nach unserer Meinung mit 3:2 vorn, aber die Schiris sahen es leider anders und Ronny verlor mit höherer Bodenzeit.

Leider ist in der Fuchjagd ein etwas umstrittener Kurs bei osteuropäischen Mannschaften zu beobachten.  Es geht immer konsequenter zu. Gnadenlos wird bei Vorteil gelandet und der Neustart verzögert. Natürlich ist das regelkonform. Wenn aber ein Trainer einem Junior von außen auf russisch zuruft, seinem Gegner in das Modell zur fliegen, dann fällt mir schlicht nichts mehr ein.

Beim Kunstflug schlagen unsere Herzen für Richard und Christoph, bei den anderen beiden geht es um den olympischen Gedanken. Ich meine das überhaupt nicht negativ, denn das Flair einer solchen Europameisterschaft ist doch das eigentliche Erlebnis.

Beide legten einen sehr guten Flug hin. Richards tschechischer Mitbewerber Petr Durcak hatte Pech, in der liegenden Viereck-Acht fehlte der Leinenzug und dann war auch noch die Motorlaufzeit um 2 Sekunden zu lang. Mit dem Russischen Junior Anton Strakhov wird es mit Sicherheit noch einen harten Kampf um die Entscheidung geben.

Rene Birnstein erwischte mit 264,8 km/h erst einmal eine Wertung. In dieser Klasse wird ohnehin gepokert, so dass der erste Durchgang keine wirkliche Aussage zulässt.

Ansonsten läuft alles in französischer Ruhe. Die Temperaturen haben natürlich auch Ihre Sonnenseiten, wie aus nebenstehender Aufnahme ersichtlich.

Der Biertresen ist nach wie vor Kommunikationspunkt Nummer 1. Gehandelt wird an allen Ecken und Enden. Vom kompletten Modell bis zur kleinsten Schraube kann man fast alles kaufen, was ein Fesselfliegerherz begehrt. Die Preise sind unterschiedlich und natürlich verhandelbar. Russland und die Ukraine mutieren mittlerweile zum Komplettausstatter der Fesselflugszene. Mit Ausnahme des Kunstfluges, wo doch noch viele, leider mit abnehmender Tendenz, selber bauen, werden in den anderen Klassen die Modelle mehr oder weniger flugfertig gekauft.

Gegen 18.30 Uhr haben wir den ersten Tag geschafft und nehmen Kurs auf den Campingplatz. Morgen kann es nur noch besser werden und vielleicht auch kälter !