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Am Morgen ließ der Regen nach und als es
hell wurde, konnten wir die Schäden beschauen, die das Unwetter bei uns
angerichtet hatte. Die österreichischen Sportfreunde hatte es schlimm
erwischt, das Zelt war nur noch Schrott. Bei einem Caravan hatte es das
Vorzelt abgerissen. Viele andere Zelte hatten mehr oder weniger Schäden
zu verzeichnen. Im Laufe des Tages erreichte uns die Meldung, dass wir
noch Glück im Unglück gehabt haben. Nur wenige Kilometer weiter befand
sich das Unwetterzentrum und dort hat es auch dem Campingplatz Tote
gegeben.
Etwas diffus die
Informationslage. Christoph berichtete, dass auf dem Platz ein
Verkehrschaos herrscht und der Wettbewerb ausgesetzt sei. Das klang
eigentlich vernünftig, hatten doch eine ganze Reihe von Wettbewerbern
andere Probleme als fliegen.
Wir
fuhren gegen 9.00 Uhr auf den Platz. Der Hauptparkplatz war gesperrt und
so stauten sich die Fahrzeuge in einer wilden Parkschlange an der ohnehin
schmalen Zufahrtsstrasse. Erinnerungen aus Landres kamen dabei bei
bestimmt vielen Wettbewerbern hoch. Auf
dem Platz selbst hatten Sturm und Regen ebenfalls ihre Visitenkarten
hinterlassen. Die meisten Fahnen waren abgeknickt, das Bierzelt wurde
gerade in die Einzelteile zerlegt, von den Pavillons der Teilnehmer war
natürlich nichts mehr zu sehen. Die Wege drohten im Schlamm zu
versinken. Hier zeigt sich, was Organisation wert ist. Traktoren brachten
in Windeseile Sand und verfüllten die aufgeweichten Wege, so dass gegen
10.00 Uhr der Hauptparkplatz nutzbar war. Viele
helfende Hände packten mit zu und in kurzer Zeit war wieder alles
einsatzbereit. Selbst der Biertresen wurde
provisorisch repariert, so dass manch einer auf seine tägliche Stärkung
nicht zu verzichten brauchte.
Wir
bekamen auf einmal mit, dass das mit dem Aussetzen des Wettbewerbes ein
Gerücht gewesen sein muss. Serge bestätigte uns dann auch, dass der
Wettbewerb mit einem Zeitversatz von 15 Minuten weiterläuft. Da hatte es
dann doch mancher sehr eilig. Gegen
Mittag war der zweite Durchgang im Kunstflug beendet und ebenso die
Vorläufe der Klasse F2C. Am
Nachmittag sollte dann das Finale F2B beginnen. Allerdings glaubten nur
wenige daran, da der Wind mehr als blies. Die bisherigen Regeln lassen
Kunstflug bis zu einer Windgeschwindigkeit von mehr als 12 m/s über 30
sec zu. Diskutiert, aber noch nicht beschlossen 9 m/s über ebenfalls 30
sec. Nach Meinung der Jury war diese Grenze nicht erreicht und um 14.20
Uhr ging Richard als erster an den Start. Aus der Sicht des gesamten
Durchgangs muss man sagen, dass er mit diesem Startplatz - Los Glück
gehabt hat, denn es wurde immer schlimmer. Mit Pausen setzte man den
Durchgang fort. Der Beifall für die Piloten wurde weniger dem Programm
gezollt als der Tatsache, dass sie ihre Modelle vor dem Absturz bewahrt
hatten. Ich hatte manchmal das Gefühl, die ganze Sache ähnelte mehr
einer Mutprobe denn einem Wettbewerb. Keiner wollte als Feigling da
stehen, aber die Gesichtsausdrücke verrieten, dass sie es unsinnig fanden
zu fliegen. Glücklicherweise gab es
keine nennenswerte Schäden. Allein der Junior Petr Durcak (CZE) striff
beim zweiten Viereck vorwärts den Asphalt und beschädigte sich leicht
das Seitenleitwerk. Vladimir Strakhov hatte beim Start Pech, bekam eine
Böhe und kürzte den Propeller. Trotzdem flog er das Programm durch. Es
soll übrigens einen Protest wegen des starken Windes gegeben haben,
allerdings weiß ich zur Zeit nicht wer es gewesen sein soll. Todmüde
kamen wir am Abend auf den Zeltplatz an. Schäden beseitigen, etwas
grillen und dann schlafen, mehr war nicht mehr drin. Tini hatte noch ihre
Kette auf der Dusche verloren. Wer sie also gefunden haben sollte, bitte
bei Tini melden. Hoffentlich wird
morgen das Wetter besser, ich glaube, dass wünschten sich alle Teilnehmer
an diesem Abend.
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