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Der letzte Tag ist angebrochen und
Finale sind angesagt. Das Wetter schickt sich an, einen Mix der letzten Tage
abzugeben. Je nach Himmelsrichtung, die man betrachtet : schön, bewölkt,
Furcht erregend dunkel.
Pünktlich beginnen die Fuchsjäger und die
Kunstflieger. Bei den Kunstflug - Junioren ist ein wenig der Wurm drin.
Petr Durcak's springt der Motor nicht an, danach wiederholt Richard
Kornmeier die Übung nochmals. Zwischenzeitlich fliegt Anton Strakhov
einen sehr guten zweiten Flug. Dann hat Petr seinen zweiten Versuch und
ist zum wiederholten Mal über der Zeit - keine Landung. Eigentlich gut
für den in Führung liegenden Richard. Der will aber seinerseits das
Rennen scheinbar offen halten und hat ebenfalls einen Überflug. So
können Nerven blank liegen. Also vertagt sich die Entscheidung auf den
Nachmittag.
Christoph Holtermann hat einen sehr guten
zweiten Flug und verbessert sich von Platz drei auf Platz zwei ! Sollte es
in diesem Jahr mal mit dem Treppchen klappen ?
Bei den Speedfliegern rüstet sich
inzwischen Rene Birnstein zum dritten Durchgang. Obwohl keine bessere
Wertung mehr zu erzielen ist, reichen die 264,8 km/h aus dem ersten Flug
für einen hervorragenden dritten Platz bei den Junioren. Unsere
Gratulation dem Speed - Junior und seinem Vater, der wesentlichen Anteile
an dieser hervorragenden Leistung hat. Es bleibt zu hoffen, dass wir bald
beide Birnstein-Brüder im Kreis bei internationalen Wettbewerben finden,
die deutsche F2A-Szene hat dringend Nachwuchs nötig !
Am Nachmittag überschlagen sich dann die
Ereignisse. Zunächst sind die Kunstflieger mit ihrem dritten Durchgang an
der Reihe. Nach unserer Meinung müsste eigentlich Richard bei den
Junioren gewinnen, aber sicher ist es natürlich nicht. Richard legt einen
hervorragenden Flug hin, seinen besten im Finale überhaupt. Anton
verbessert sich ebenfalls nur bei Petr gilt das Gesetz der Serie, er hat
auch jetzt wieder keine Landung ! Damit ist die Sache entschieden, das
deutsche Team hat einen Junioren - Europameister im Kunstflug. Unsere
Gratulation Richard aber auch den Eltern und Betreuern, ohne die ein
solcher Erfolg nicht möglich gewesen wäre.
Bei den Senioren war es spannend wie im
Krimi. Fast 10 der 15 Finalisten konnte noch Europameister werden, denn mit
Sicherheit würde der erste, bei Sturm geflogene Finalflug nicht zur
Endabrechnung herangezogen werden.
Serge Delabarde unterbrach seinen Job als
Cheforganisator kurz und legte einen hervorragenden dritten Flug hin - der
beste in diesem Durchgang, der zum Sieg ausreichte. Anschließend ging es
ohne Unterbrechung für ihn im Orgbüro weiter. Christoph hatte leider
einen schweren Fehler im Außenviereck der Quadratacht, der ihn bei dieser
Dichte an sehr guten Piloten vom Platz zwei auf den 10. Platz zurückwarf.
Zweiter wurde Gilbert Beringer (FRA), der diesmal seine Familie als
einziger Starter vertrat (Remi war nicht qualifiziert). Dritter Jiri
Vejmola (CZE).
Danach galt es sofort die Stellung zu
wechseln, denn Fuchsjagdfinale waren für 15.15 Uhr angesagt. Im
Juniorenfinale standen sich Cesar Cicado (ESP) und Alexandre Shalajev (RUS)
gegenüber. Cesar, der bereits je einmal Europa- und Weltmeister wurde,
verteidigte gegen den mindestens einen Kopf kleineren, aber rasant
fliegenden Alexandre seinen Titel erfolgreich und wurde unter dem Jubel
der spanischen Schlachtenbummler zum zweiten Mal Europameister. Bedenkt
man, dass beide Junioren in der Seniorenwertung auf Platz 5 stehen, dann
sieht man, welchen Entwicklungsstand die "Kleinen" mittlerweile
haben und dass sie manchem Senior das Fürchten lehren können.
Danach das Finale zwischen Andrius Rastenis
(LTU) und Stanislav Culachinin (MDA). Andrius lag mit einem Schnitt vorn,
allerdings ohne die Möglichkeit mehr, selbst zu schneiden. Es folgte eine
rasante Abwehrschlacht von Andrius. Dann in der vierten Minute, wie nicht
anders zu erwarten, der Absturz. Das zweite Modell wurde in aller Ruhe zum
Einsatz gebracht. Dabei zog man alle Tricks der Schauspielkunst. Wenige
Sekunden vor dem Abpfiff dann doch der Start des zweiten Modells, um die
notwendigen Flugzeitpunke zu holen. Eine Symbiose von hervorragender
Flugleistung und Taktik des Luftkampfes.
Boris
Faizov wurde in den folgenden
Platzkämpfen zweiter, Stanislav dritter und mit dem undankbaren vierten
Platz mußte sich Stanislav Chorny zu frieden geben, der eigentlich seinen
Europameister verteidigen wollte.
Stellungswechsel zur F2C, die 17.30 Uhr
Finaltime hatte. Ein bekanntes Trio Bondarenko/Lerner (UKR), Ougen/Surugue
(FRA) und Martini/Menozzi (ITA) flogen diesmal zur Freude aller Zuschauer
über die volle Distanz und wurden in dieser Reihenfolge Sieger und
Platzierte.
Dann begann es hektisch zu werden, denn die
Siegerehrung sollte noch auf dem Platz stattfinden, aber andererseits
hatte man um 21.00 Uhr das Banquett geplant. Gegen 19.00 Uhr war man
endlich so weit, und Serge konnte mit der Übergaben der Medaillen und
Pokale beginnen. In Frankreich hat man eben die Ruhe weg ! Kurz vor
20.30 Uhr hatte man den letzten Sieger gekürt, alle sprangen in Autos
oder Busse und es hieß schnell waschen, umziehen und wieder in die Stadt.
Um 21.30 Uhr waren wir mit hängender Zunge vor Ort, allein, wir hätten
uns viel mehr Zeit lassen können, denn von "losgehen" keine
Spur. Wie vor zwei Jahren in Spanien ist war man auch in Rouille gut
beraten, mit Ausnahme der Wettbewerbspläne eine Stunde zuzugeben.
Das Banquett fand in der Stadthalle statt.
Französische Küche war angesagt - Vorspeise ( ich kann als einziges mit
Sicherheit sagen, dass Wallnüsse dabei gewesen sein müssen, den Rest
wollte ich erst gar nicht wissen und habe es einfach aufgegessen ) - toter
Fisch, rohes Fleisch, Dessert, Käse und Kaffee. Können
Europameisterschaften nicht mal in Griechenland stattfinden, ich gehe
nämlich lieber zum Griechen als zu französischen Küchenmeistern. Aber
das nur meine ganz persönliche Meinung, Feinschmecker werden mich der
Lästerei zeihen !
Beim Essen die Ehrung der Mannschaften und
was ich besonders gut fand auch der Helfer. Hier sah man, mit wie wenig
Leuten Serge diese Europameisterschaft organisiert hat. Für mich ohnehin
bewundernswert die Leistung dieses Mannes, der alles in der Hand hatte,
fast auch alles selbst zu machen schien und dann noch Europameister im
Kunstflug wurde, fast ganz nebenbei ! Sicher kann man theoretisch zur
Organisationsprinzipien anderer Meinung sein, aber es hat funktioniert und
dafür möchte ich Serge und seinem Team mein ganz großes Kompliment
aussprechen. Diese Europameisterschaft hatte ihr ganz eigenes Flair und
wird durch die Unwettereinlage sicher im Gedächtnis der Teilnehmer lange
haften bleiben. Wer es anders sieht, dem möchte ich ganz einfach
empfehlen, sich um die Durchführung einer Meisterschaft zu bemühen und
es besser zu machen - so einfach ist das ! Uns hat es auf jeden Fall sehr
gut gefallen und wenn es nicht so schrecklich weit wäre, ich darf gar
nicht an die 1350 km Heimfahrt denken, würden wir mit Sicherheit zu einem
der Cupwettbewerbe nach Rouille wiederkommen. So sagen wir Au revoire
Rouille, es waren unvergessliche Tage.
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