Der Dienstag begann eigentlich recht viel versprechend. Zumindest was die Temperaturen anging. Leichte Bewölkung verhinderte, dass bereits in den frühen Morgenstunden tropische Temperaturen Einzug hielten.

Anja hatte um 9.10 Uhr ihren zweiten Kampf und die letzte Chance, die deutschen Fuchsjäger vor einem "zu Null" zu bewahren. Wir waren alle auf den Beinen, schraubten Dichtungen raus - die Temperaturen waren ja nicht so hoch - und ließen die Motore sicherheitshalber nochmals an. Dann war es so weit, und Anja mußte gegen Steen Lysgaard aus Dänemark in den Ring. Sie war gut gestimmt und hatte auch irgendwie die notwendige Wut im Bauch. Jedenfalls ging sie keinem Gemetzel aus dem Weg. Dreimal waren beide am Boden, aber Anja hatte die besseren Mechaniker und gewann mit 40 Punkten Vorsprung. Wenigstens ein "W" die Ausbeute des deutschen Dream-Combat-Teams. Anschließend bemerkte Helle Wakkermann treffend über den Kampf :"Nicht schön, aber sehr effektiv !"

Bei Rene Birnstein lief es nicht so gut. Rene hatte mit seinem Vater den Motor gewechselt und beide waren guter Dinge, jetzt noch etwas schneller als im ersten Durchgang zu sein. Doch leider - im zweiten Versuch zog der Motor eine Kerze durch und damit war das Ende dieses Durchgangs besiegelt. Nun hieß es ausbauen und sehen, was noch für den dritten Lauf zu machen war.

Bei den Kunstfliegern mußte nur Richard in den Flugkreis und er bewältigte seine Aufgabe mit Bravour. Da sein ärgster Mitbewerber Petr Durcak (CZE) auch im zweiten Durchgang mehr als 7 Minuten in der Luft war, behauptete Richard seine Führung. Sicher auf dem dritten Platz bei den Junioren Anton Strakhov (RUS).

Am Nachmittag hatte Anja in der dritten Runde das Superlos. Boris Faizov (RUS) hieß der Gegner. Zumindest keine Schande, gegen Boris auszuscheiden, dachte sich Anja und hielt gegen ihren Gegner gut mit. Mit einem Schnitt Vorsprung gewann erwartungsgemäß Boris und schickte damit den letzten der deutschen Jäger in den wohlverdienten Urlaub.

Ebenfalls nach dem Essen noch die zweiten Vorläufe in F2C und dann sollte eigentlich ein geruhsamer Feierabend folgen.

Falsch gedacht. Gegen 22.00 Uhr begann ein Unwetter, welches ich bis dahin noch nicht erlebt habe. Zentrum des Sturms muss das nahe gelegene Portier gewesen sein. Aber auf dem Zeltplatz ging es ebenfalls haarig genug zu. 2 cm große Hagelkörner eröffneten das, was dann kommen sollte. Regen und Sturm ließen Zeltstangen wie Streichhölzer brechen und bliesen Zelte durch die Luft. Wir versuchten über eine Stunde wenigstens das Vorzelt des Wohnwagens zu retten. Uns persönlich gelang dies auch. Aber viele andere Teilnehmer verloren ihre Zelte und natürlich auch teilweise Ihre Ausrüstung. Gegen 01.00 Uhr war das Ärgste vorbei und wir versuchten, ein paar Stunden zu schlafen.